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Lübz
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Personengeschichte

Wer war wer in Lübz

Die Lübzer Familien- und Personengeschichte

Auf dieser Seite werden Informationen zur Lübzer Familien- und Personengeschichte gegeben. Es werden Familien und Personen beschrieben, die in der Lübzer Geschichte von Bedeutung waren. Angefangen bei den ersten Bewohnern der Eldenburg, weiter über Pastoren, Bürgermeister, Lehrer, ... bis hinzu berühmten Besuchern der Stadt. Parallel dazu wird eine "Personendatenbank Lübz" erstellt werden. Wollen Sie sich jetzt schon informieren, ob Sie Vorfahren in Mecklenburg oder gar in Lübz hatten? Werfen Sie einen Blick auf www.MecklenburgKontakte.de.
Die Forschungsarbeiten zu dieser Seite stehen noch am Anfang, sodaß laufend Aktualisierungen eingefügt werden. Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder möchten Sie weitere Fakten ergänzen, senden Sie bitte eine Mail an webmaster@luebz-online.de.
Herzlichen Dank an B. Hauser und I. Paschke für die Unterstützung bei der Forschung.

Erste Namen

Zu den ersten "Besitzern" von Lübz, falls es bereits existierte, können nacheinander Niklot, sein Sohn Pribislaw und sein Enkel Heinrich Borwin I. gezählt werden. Bei der ersten mecklenburgischen Hauptlandesteilung 1229 wurde Mecklenburg auf die vier Enkel von Heinrich Borwin I. aufgeteilt, es entstehen die Herrschaften Mecklenburg, Werle, Rostock und Parchim-Richenberg. Das Gebiet Ture (erstmalig 1227 erwähnt) gelangt dabei in den Besitz von Pribislav I. von Parchim-Richenberg. Dieser wird jedoch um 1260 entmachtet. Sein Gebiet, auch Ture, wird daraufhin von seinem Bruder Nicolaus I., dem Besitzer der Herrschaft Werle, übernommen (bis 1308). In einem Krieg zwischen dem Haus Werle und den Markgrafen von Brandenburg Anfang des 14. Jahrhunderts fielen die Markgrafen in das werlesche Land durch die (werlesche) Ture ein. Hier erbauten die Markgrafen Otto IV. und sein Sohn Hermann beim Dorf Lübz zur militärischen Sicherung der Region die Eldenburg. In der lübischen Detmar-Chronik heißt es zum Jahre 1308: "Des sulven jares weren de marcgreven wol mit ver dusent groten rossen unde mit vele anderen volke in deme lande to wenden unde bueden dat vaste hus de eldeneborch, dat oc lubyze is gheheten ...". Um 1313 wird die Eldenburg vom brandenburgischen Hauptmann und Ritter Johann von Kröcher verwaltet. 1316 weilt Heinrich II. der Löwe auf der Eldenburg. Im Frieden von Templin 1317 trat Heinrich der Löwe die Eldenburg wieder an die brandenburgischen Markgrafen ab, behielt sie jedoch zur Bürgschaft des Friedens als Pfand. 1319 kommt die Eldenburg jedoch endgültig zur Herrschaft Mecklenburg. Heinrich der Löwe verpfändet dem Ritter Johann von Plessen und seinem Bruder Helmhold die Eldenburg mit dem Dorfe und dem Vorwerke Lübz, seinen Anteil am Land Ture und weiteren 14 Dörfern des Landes Sternberg (Rückkauf 1456). Das Mecklenburgische Urkundenbuch zitiert eine Urkunde vom 11. November 1324 und verweist auf den Pfandbrief vom 7. August 1328, sodaß in verschiedenen Quellen beide Jahreszahlen für die Verpfändung genannt werden. Wortlaut 1324: "hus und slot Luptze, anders genomet de Eldeneborch" und der Wortlaut 1328: "hus to der Eldeneborch mit deme dorpe unde vorwerke to Lubitze mit unseme dele der Thure". Bei der Teilung Mecklenburgs 1352 zwischen den Söhnen des Fürsten Heinrich des Löwen, den Herzögen Albrecht II. und Johann I., fällt die Eldenburg mit Lübz und der Ture und das Land Sternberg an Mecklenburg-Stargard (bis 1471). Der Mecklenburger Herzog Heinrich IV. löste Burg und Dorf Lübz 1456 aus dem Pfandbesitz der Familie von Plessen wieder ein. 1471 stirbt Ulrich II. Herzog von Mecklenburg-Stargard. Mit ihm erlischt das Haus Stargard und Lübz fällt damit an Mecklenburg-Schwerin.

Aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind Namen von Baumeistern von Türmen der Eldenburg überliefert. Es werden in verschiedenen Verträgen genannt: 1509 Andreas Techel, 1511 Gerd Pantelitz und 1558 Hans Parr.

Bürgermeister, Ratsherren, ...

1506 werden die städtischen Privilegien durch den Landesherren bestätigt, erstmals werden Bürgermeister und ein Rat genannt. 1509 wird in Lübz ein Amtmann erwähnt.

Am 13.10.1761 bestõtigt Herzog Friedrich der Fromme Lübz das Stadtreglement, das Wappen ist ein gekrönter Stierkopf mit Halsfell und zwei Sternen zur Seite. Lübz hat jetzt einen Bürgermeister und zwei Ratsherren (zuvor zwei Bürgermeister und mehrere Ratsherren).

... 1835 - 1846 ... Hofrath Wilhelm Friedrich Alex. Stampe
... 1848 - 1854 Advocat Carl Friedrich Buchka
1855 Advocat Johann Christian Theodor Losehand
1856 - 1858 Advocat Carl Wilhelm Theodor Prätorius
1859 - 1890 Ludwig Simonis, geb. 13.12.1826 in Güstrow, gest. 7.2.1890 in Lübz
1890 - 1927 Rudolf Westphal, geb. 5.5.1855 in Barlin/Krs. Malchin, gest. 3.4.1942 in Lübz
1927 - 1933 Dr. Hans Düwel, geb. 16.7.1898 in Wittenburg, gest. 18.2.1958 in Lübz
1933 - ... Lehrer Baarss wird als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt
Mai - Juli 1945 Paul Koch
Juli 1945 - Dezember 1950 Paul Graepp
Januar 1951 - Juli 1952 Reinhold Ihde
August 1952 - November 1953 Otto Meyer
November 1953 - August 1955 Heinz Anter
September 1955 - Januar 1959 Otto Meyer
Februar 1959 - Mai 1965 Herbert Schulz
September 1965 - Juni 1984 Werner Kiepert
Juni 1984 - ... Rudolf Mecha
1990 - ... Dzyak (FDP)
1991 Gudrun Stein (CDU)

Pastoren, Küster, Lehrer, ...

Die letzten katholischen Priester zu Lübz waren Johann Holste, Jacob Roddeke und Jacob Rütinck, denen zuletzt Heinrich Arndes, als "Kapellan" der Herzogin, folgte.

Auf dem Schloß amtierten seit 1609 eigene Hofprediger oder Burgkapellane:

  1. Johann Neovinus aus Rostock, imm. 1600
  2. 1617 - 18.1.1629 Georg Rost, * 16.12.1582 Mansfeld, + 18.1.1629, oo Anna Siegfried
  3. Caspar Wagener (nur vorübergehend in Exilio in Lübz)

Die protestantischen Prediger:

1560 - 22.4.1569 Nicodemus Berg, erster protestantischer Prediger in Lübz
1569 - 1571 Pfarrvakanz, der berufene Erasmus Tidebul trat die Stelle nicht an; Pfarrverweser war Elias Aderpol
1571 - 1574 Hermann Kirchhof, Pastor; Kirchenräte: David Chyträus, Simon Pauli, Friedrich Heine, Bartholomäus Cling
2.10.1574 - 1601 Valentin Grön, Pastor, zugleich Hofprediger der herzoglichen Witwen, + 1601
Zur Zeit Gröns wirkte erstmals ein zweiter Prediger in Lübz: Christoff Werner. Dann gab es bis 1771 in Lübz 2 Pastoren, danach nur noch eine Pastoren- und eine Hilfspredigerstelle. Letzterer war zugleich Rektor an der Stadtschule (bis 1856).
1602 - 22.7.1638 Peter Risch, + 22.7.1638
nach 22.8.1639 - 1643 Valentin Staak aus Goldin in der Neumark, + 15 Wochen nach seiner Hochzeit mit Katharine Ulrichs
1643 - 1646 3 Jahre Vakanz
30.9.1646 - 1666 M. Friedrich Wagener aus Helmstedt, oo1 Lucia Walter, Tochter des Sup. Joachim in Schwerin, + nach einjähriger Ehe Anfang 1649, oo2 mit einer Tochter des Dr. Caspar Wilcken zu Wismar, heiratete als Witwe den Nachfolger Kappe
1667 - 1703 Thomas Kellner, zweiter Prediger 1662, voc 15.2., eingeführt 19.7., erster P. 1667, + 5.12.1703, oo Anna Marie Bakele aus Parchim, + als Witwe 1.7.1731
22.2.1695 zu Kellners Substituten wurde Christian Warnemünde berufen, der dessen Tochter heiratete, aber kurz vor ihm starb. Die Witwe heiratete P. Simonis (s.u.)
1704 - 1707 Justus Wilhelm Kappe, zweiter P. 1667 voc 12.3., eingf. 21.4. erster Pred. und Präpos. 19.5.1707, + Okt. 1707, oo1 Wwe des Vorgängers Wagener geb Wilcken, + 1677 bg. 14.11., oo2 in Schwerin 13.5.1679 Anna Margar. Stemwede get. 5.10.1659 Schwerin, + als Witwe 11.2.1729 im 70. Jahr
1707 - 1729 Simonis, Wilhelm Paul, get. 12.12.1675 Boizenburg, zweiter P. 4.5.1704, erster P. und Präpos. 1707, + 26.1.1729 im 54 Jahr, oo Wwe des obigen Christian Warnemünde, Tochter des Vorgängers Kellner, + als Witwe 1750 bg. Febr. 22
1729 - 1750 Hartwig, Friedrich Joachim, get. Lübz 24.4.1681, Bürgermeistersohn. Zweiter P. 22.1.1708, erster P. und Präpos. 1729, + 1750 Febr. 20 im 69 J., oo Oelgard Katharine Kappe, Tochter des Vorgängers, get. 2.1.1685, + 1753 - 1760
1750 - 1765 Statius, Justus Friedrich
1765 - 1767 Litzmann, Samuel Christoph
1767 - 1807 Schramm, Gotthilf Christian - beigesetzt im Predigergewölbe
1808 - 1847 Schmidt, Jak. Christian Friedrich - beigesetzt im Predigergewölbe
1848 - 1852 Hübener, Joh. Friedrich Theodor
1853 - 1862 Flörke, Wilhelm Friedr. C. Heinrich
1862 - 1878 Dabelstein, August Ludw. Albert
1878 - 1888 Krüger, Dr. C. Heinrich Adolf
1888 - 1900 Sander, Hermann Ad. Wilh. Theodor
1900 - .... Bernhardt, Hugo Gust. Eduard
Die zweite Pfarre
  Christian Petri
seit 1579 M. Andreas Duncker
seit 1582 Christoph Werner
bis 1605 Sebastian Lau (Löwe)
seit 1605 Michael Hüniken
1609 - 1633 Joachim Gerner
seit 1635 Johann Bierstedt, voc. von Herzogin Anna Sophie
1639 - 1653 Christoph Niesindt (Neovinus)
1653 - 1660 Lukow, M. Joachim
1660 - 1662 war die Pfarre unbesetzt
1662 - 1667 Kellner, Thomas, s. erste Pfarre
1667 - 1704 Kappe, Justus Wilhelm, s. erste Pfarre
1704 - 1707 Simonis, Wilhelm Paul, s. erste Pfarre
1708 - 1729 Hartwig, Friedr. Joachim, s. erste Pfarre
1730 - 1750 Kämpffer, Ulrich Jakob
1750 - 1758 Studemund, Gotthard Georg
1759 - 1771 Quandt, Joach. Joh. Hartw. Friedrich

Schriftsteller, Dichter, Künstler, ...

Baustian, Otto am 25.2.1873 in Lübz als Sohn des Kaufmanns Baustian geboren. Wirkte als Komponist und Musiker.
Diers, Marie am 10.6.1867 in Lübz als Tochter des Pfarres Diers geboren, gest. 1952 in Sachsenhausen. Nach dem Besuch der höheren Töchterschule in Neustrelitz legte sie 1885 in Berlin das Lehrerinnenexamen ab und arbeitete als Lehrerin. 1895 begann sie mit ihrem schriftstellerischem Schaffen. Seit 1906 lebte sie in Großlichterfelde, später in Zehlendorf und Sachsenhausen. Werke:
  • Abenteurers Mutter. Dresden: Max Seyfert, o. J.
  • Der Herrgottschulze. Hamburg: Dt. Hausbücherei, 1936
  • Der Lügendoktor. Dresden, Seyfert 1918. Roman spielt in Kiewe bei Röbel.
  • Der Witwenhof. Stuttgart: 1916. 142 S. Olwd. - Engelh. Allg. Roman - Bibl., Jg. 32, Bd. 15. (M)
  • Der jüngste Tag im Willeböker Moor. Dresden: Seyfert Verlag, o. J.
  • Die Doktorin vom Bullenberg. Dresden: Seyfert 1921
  • Die Männer von Oevel. Berlin: Runge 1921. Roman spielt in Schwerin.
  • Die Patienten des Doktor Ungemach. Dresden: Max Seyfert, 1925
  • Die Patienten des Dr. Ungemach. Dresden: Max Seyfert Verlagsbuchhandlung, 1925
  • Die Rebächle.
  • Die Uhren von Nidderbrak. Geb., Scherl/ 1931
  • Die Waisenkinder von Bötefüer. Dresden: Seyfert o. J.
  • Die berühmte Frau. Stuttgart: Engelhorn 1920 (M)
  • Die deutsche Frauenfrage in ihrem Zusammenhang mit Geschichte, Volkswirtschaft und Politik. 1921. Zeitgenössische Abhandlung.
  • Die dreizehn Heiligen von Liebstadt. Berlin: Dom-Verlag, 1922. Ein Pastoren-Roman aus Mecklenburg.
  • Die fünf Stiftsfräulein. Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt, 1928
  • Die liebe Not. Bielefeld Berlin Hannover: Velhagen & Klasing , 1905
  • Die sieben Sorgen des Doktor Joost. Dresden: Seyfert 1911 (M)
  • Im Herrenhaus von Luckmühlen. In der Reihe: Engelhorns allgemeine Roman Bibliothek. 21. Jg. Bd. 20. Stuttgart: Engelhorn Verlag, 1905
  • Karl Henning und sein Haus. 1902. Roman um Sophie Agnes, Prinzessin von Mecklenburg, in Mirow.
  • Lat di nich ümsmieten. Dresden: Max Seyfert, 1925. Historischer Roman über Ferdinand von Schill.
  • Mutter Dörthe. Berlin: Paul Franke, 1938 (M)
  • Tante Lütte. Dresden: Max Seyfert, 1912
Dohse, Richard am 25.5.1875 in Lübz als Sohn eines Maurers geboren, gest. 4.11.1928 in Frankfurt / Main. Wirkte als Schriftsteller und Literaturhistoriker, veröffentlichte zahlreiche literaturhistorische Arbeiten und Gedichte in hoch- und niederdeutsch.
Besuch der Gymnasien in Parchim und Güstrow, Studium von Sprachen, Germanistik und Geschichte in München, Marburg, Genf und Rostock seit 1894. Promovierte 1897 in Rostock zum Dr. Phil. Danach arbeitete er als Hilfslehrer, Lehrer und Oberlehrer in Malchin, Kassel (1900), Frankfurt am Main (1901 - 1928). Gründete in Frankfurt die "Niederdeutsche Gesellschaft". Werke:
  • Aus stillen Stunden. 1902. Plattdeutsche Dichtungen.
  • Mecklenburgisches Dichterbuch. Übersicht des zeitgenössischen literarischen Schaffens in Mecklenburg.
  • Meerumschlungen. Literarisches Heimatbuch für Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck.
  • Sitaf. 1914. Plattdeutsche Dichtungen.
  • Von Hart tau Harten. 1905. Plattdeutsche Dichtungen.

Dohse schrieb folgendes Gedicht:

Wat leiw ick di, du oll lütt Nest,
mit all din krummen Straten.
Wo froh bün'k in din Muern wäst,
dat't kum dat Hart künn faten.
 
De sülwig büst du ganz un gor
dörch all de Tiden bläwen.
Ne, ut de Rauh' hett Johr för Johr
di niks nich rutedräwen.

Klock, Marlise am 26.1.1914 in Lübz als Tochter des Rechtsanwaltes Klock geboren, 1948 Studium in Stuttgart, gest. am 11.4.1974 in Altenbach bei Heidelberg. Wirkte als Malerin (z. B. Bilder in Gouache Mischtechnik: Die weiße Brücke, Haus am Meer).
Warncke, Paul am 13.5.1866 in Lübz, gest. 25.4.1933 in Neubabelsberg. Besuchte Gymnasien in Schwerin, Parchim und Rostock. Nach Lehre in Lübeck (1886 - 1889) und kurzer Zeit in Koblenz zog er 1890 nach Berlin. Hier arbeitete er seit 1893 als Bildhauer und vor allem als Schriftsteller. Warncke war Redakteur und 1909 als Nachfolger von Johannes Trojan Chefredakteur des "Kladderadatsch", der erstmalig 1848 von Albert Hofmann und David Kalisch herausgegebenen Zeitschrift. Werke:
  • Am Borne der Borniertheit. Satirebuch.
  • Fritz Reuter, woans hei lewt un schrewen hett. Stuttgart Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1906. Reuter Biographie.
  • Snurrig Lüd - Snaksche Snurren ut Stadt un Land. Leipzig: Voigtländer, 1900. Läuschenbuch.

Auf dem 75 Pf Notgeldschein (1922) aus Lübz wurde ein Gedicht von Warncke veröffentlicht:

Den stillen Weg, den geh' ich ja so gerne
Am Wiesengrund entlang,
Und um mich schwebt gleich wie aus weiter Ferne
Ein heimlich holder Klang.
Hier ragen keine Berge in die Lüfte,
Flach liegt das grüne Land;
Nicht selt'ne Blumen geben tiefe Düfte,
Geweckt vom Sonnenbrand.
Vor mit die liebe kleine Stadt, wie traulich
Der Kirchturm stumpf und klein;
Und doch - mir schien der Dom nicht so erbaulich
zu Köln am Rhein.
Ein dunkler Wald am fernen Horizonte,
Rauh stürmt, ganz rauh der Wind.
Ich aber weiß, was mir das Herz durchsonnte:
Hier war ich Kind!
 
Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du!

Die Veteranen, Opfer vergangener Kriege

1812 - 1815: Für die Lübzer Teilnehmer an den Befreiungskriegen wird eine Gedenktafel in der Kirche angebracht.

Böcler Erdbahn Ferme Kirchhof Liebknecht Rieger Schabbel Schleede Schult Schultz Wendt Wesenberg Winckenwerder Wittenburg Zabel


1870 - 1871 war der Deutsch-Französische Krieg unter Beteiligung mecklenburgischer Truppen. Es gibt viele Gefallene aus Lübz und Umgebung. 1885 wird ihnen zu Ehren auf dem Markt ein Kriegerdenkmal enthüllt. Es ehrt die Toten:

Albrecht Bauer Baumgarten Bremer Cordshagen Gantzel Görcke Hacker Hinzpeter Holst Johannsen Meyenburg Mussfeldt Müller Rath Röhl Schwager Stapelfeldt Stieger


1914 - 1918: Aus Lübz und Umgebung fielen im I. Weltkrieg 143 Soldaten (Stadt Lübz: 93). Ihnen zu Ehren wurde 1924 im Neuen Teich ein Ehrenhain angelegt. Um einen zentralen Gedenkstein herum befinden sich zahlreiche kleinere Feldsteine, in die die Namen der Opfer und ihre Todesdaten eingemeißelt wurden:

Ahrens Albrecht Baguhl Bartels Baustian Beese Behrens Belens Bennewitz Biemann Blede Bobsin Bobzin Bockholdt Bohlmann Brunnert Böttcher Cordes Cornehl Daebel Dahlmann Dahnke Dechels Dittmann Dohse Doss Dörge Ehlers Engelen Fehmerling Feldten Fiedler Franck Frehse Gamrath Ganswig Gantzel Ganzel Garling Grczimislawsky Gretzler Groth Gustävel Gülholtz Güsmer Haack Hachmeister Haecker Hahn Hehn Heinrich Hennings Hillmer Hinkeldeyn Hinz Hollenbeck Jaap Jacobs Jahnke Jarchow Kahlbohm Klüssendorf Kokoska Kreienbrinck Kreienbrink Kröger Kypcke Köhnke Lange Lembcke Lembke Lotsch Lübs Lüth Mallwitz Marchefka Matznick Menck Menning Meyer Michael Michaelsen Milding Möller Müller Nechels Neese Neumann Niemann Pagels Pecht Pelzer Pfeffer Piechowiack Piehl Plege Raszewski Rehberg Reinck Reincke Rieckhoff Rohde Salchow Schabbel Schmidt Schröder Schuband Schultz Schulz Schwabe Schüler Seyer Stapelfeldt Stiebe Stieger Stiegler Trieb Vesper Wegner Westerien Westerin Wiedemann Wieting Wilken Winter Wolff Wollff Zachow Ziems


1939 - 1945: Den Gefallenen des 2. Weltkrieges, den Vermißten und Verschleppten, den Getöteten und den bei der Besetzung ums Leben gekommenen Bewohnern:

Albrecht Aschkodschek Augsburg Baade Ballschmieter Barbussini Baustian Beck Behning Behr Behrens Beutner Bischhoff Bogatschenko Borgwardt Brall Britz Brockmann Bruhns Böhnert Chezinski Chezowitz Colubowa Cords Crelow Crwlieche Dahle Dahnke Dau Dehns Dellin Dethloff Doss Drobotschenko Druchmann Ebert Ehlert Engel Engels Ergos Famouise Filipiat Friedrich Frohmert Fründt Fürhoff Gabler Gabotschewa Gaethe Garling Gastmeier Geick Geik Gibelny Gilsziewka Gloede Graepp Grevesmühl Grevesmühlen Grimm Grossbauer Groszbauer Gruber Grymislawski Gunetzow Hackbusch Hang Hapink Herbst Holzapfel Homuth Hüxstedt Irostanke Ivanitza Iwanowska Jahnke Janowski Jassat Jesse Jeve Jewenkowa Kaniony Karp Karsten Klaeger Kleinemöller Kloock Kläger Knüppel Kochan Kos Kowalew Krause Kuhlmann Kuizui Kunzel Kuse Kuzma Köhler Kühn Lahl Lambrecht Lange Leierzopf-Mellentin Lorbeer Lorenz Lotzmann Lube Luckmann Maxalon Maxylon Mecklenburg Mellentin Möller Müller Müller-Schülein Nicknow Paschkewitsch Paschtuschenko Patuschenko Peek Peters Piepenhagen Pröber Prüssing Rantje Redlin Riess Rippe Ritter Rohde Rubda Rump Saleja Scharf Schmalfeld Schneider Schulz Seelig Seidel Sinoper Slapink Sonnenberg Stecker Stiegler Thiel Ulrichhöfer Ulrichshofer Vierk Wahl Wandschneider Warncke Wegner Weltzien Wenzelberg Westerin Westpahl Wiese Witt Woese Ziems Zitz de Bruijn


Berühmte Einwohner

Die umgebaute Eldenburg wird 1547 - 1637 als herzoglicher Witwensitz nacheinander von drei Witwen genutzt: Anna (1547 - 1567), Anna Sopie (1576 - 1591), Sophie (1592 - 1634). Nach 1634 zerfiel das Schloß.

1547 - 1567: Die Herzogin Anna, geborene Markgräfin von Brandenburg, Witwe des Herzogs Albrecht VII. des Schönen von Mecklenburg, wohnt auf der Eldenburg.

1576 - 1591: Johann Albrecht I. von Mecklenburg-Schwerin stirbt 1576. Da sein Sohn Johann VII. noch unmündig ist, übernimmt sein Bruder, Ullrich III. von Mecklenburg-Güstrow, die Regentschaft in beiden Landesteilen bis 1585. Johann Albrechts Witwe, die Herzogin Anna Sophie residiert in Lübz (bis 1591).

1592 - 1634: Johann VII. wird 1585 Herzog von Mecklenburg-Schwerin. 1592 begeht er im Alter von 34 Jahren Selbstmord. Herzog Ulrich III. von Mecklenburg-Güstrow regiert daraufhin wieder in beiden Landesteilen (bis 1603). Die verwitwete Herzogin Sophie, geborene Prinzessin von Holstein, Mutter der Herzöge Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. bewohnt ab 1592 das Lübzer Schloß als dritte Herzogswitwe (bis 1634).
... verwitwete Herzogin Sophie ... war nach Lübz, welches ihr als Witwensitz verschrieben war, gezogen. Fand dort aber alles im kläglichen Zustande: es mangelten die Vorräte, alle Baulichkeiten waren sehr verfallen, Leinenzeug und Bettzeug alt und zerrissen ... Hier begann nun die junge Witwe (sie war damals erst 23 J. alt!) mit sehr geringen Mitteln für das ihr noch bevorstehende lange und freudlose Leben sich einzurichten (Quelle: Boll). Um 1600 prägen die Kirche, das Scloß und ca. 150 Fachwerkhäuser das Bild der Ackerbürgerstadt Lübz.
1627 - 1631 erobern Wallensteins Truppen Mecklenburg, Wallenstein wird dessen Herzog. Die Herzöge Adolf Friedrich und Johann Albrecht mussten am 12/27. Mai 1628 das Land verlassen. Ihre Mutter, die Herzogin Sophie verblieb auf ihrem Witwensitz in Lübz. 1634 verstirbt Herzogin Sophie im November im Alter von 65 Jahren, das Schloß verfällt allmählich.

Berühmte Besucher

Von 1618 - 1648 wütet der Dreißigjährige Krieg. Mecklenburg erleidet große Zerstörungen und hohe Menschenopfer. Im Jahr 1620 weilt König Gustav Adolf II. von Schweden in Lübz.

1903 besucht der Großherzog Friedrich Franz IV. Lübz.

Aus Handel, Handwerk und Wirtschaft

Die Brauerei

1877 August Krüger, Brauer aus Lübz, kauft am 5.7.1877 ein Grundstück und gründet die Bairische Bier-Brauerei "August Krüger".
1883 Krüger geht in den Konkurs, die Brauerei wird am 6.8.1883 wieder vom Vorbesitzer des Anwesens, des Marnitzer Rademachers Geick, erworben, der sie zusammen mit dem Brauer Grabow unter dem Namen "Geick & Grabow" betreibt.
1886 Am 23.11.1886 erwirbt der Brauer Heinrich Plückhahn (Schwager von August Krüger) die Brauerei
1889 Auch Plückhahn geht in den Konkurs, die Brauerei wird von L. Blieffert als Konkursverwalter verwaltet.
1891 Adolf Heymann erwirbt die Brauerei und verpachtet sie im Frühjahr 1892 an den Berliner Braumeister H. Büttner
1896 Am 1.7.1896 erwirbt der Maurermeister Johann Stiegler die Brauerei
1897 Am 30.3.1897 verkauft Stiegler die Brauerei an den Brauer Franz Radloff. Dieser nimmt seit 1898 regelmäßige Ausbauarbeiten in der Brauerei vor. Im gleichen Jahr führt er den Patentverschluß von Flaschen ein. 1901 wird in der Brauerei ein Dampfkessel aufgebaut.

Franz Radloff wurde am 30.8.1872 in Hütthof bei Brüel als Sohn des Erbpachthofbesitzers Jacob Radloff (1837 Groß-Klein b/Warnemünde - 1903 Lübz) und der Amalie geb. Hagen (1837 Jördenstorf - 1919 Schwerin) geboren. Er durchlief bei der Rostocker Brauerei Mahn & Ohlerich eine Ausbildung zum Brauer, später wurde er Meister. 1902 heirate Radloff Clara Unger (1876 Magdeburg - 1949 Oberau b/Meißen) aus Magdeburg. Zwei Kinder wurden 1903 und 1905 in Lübz geboren. Um 1907 zog er von Lübz nach Dresden wo er u. a. als Erfinder und Inhaber der Firma IMO Apparatebau arbeitete. Er starb 1953 in Oberau b/Meißen.
1905 Am 7.4.1905 wird aus dem Bierverlag des Kaufmanns Planeth und der in Konkurs gegangenen Brauerei Radloff die "Bürgerliches Brauhaus Lübz G.m.b.H." gegründet. 31 Aktionäre erwerben Anteilsscheine von 100.000 Mark. Geschäftsführer werden der Lübzer Kaufmann Karl Planeth und der Lübzer Senator Fritz Hollenbeck. Aufsichtsratsvorsitzender wird der Bürgermeister Rudolf Westphal, Stellvertreter der Senator Jürgens. 1907 gründet die mecklenburgische Wirtevereinigung eine G.m.b.H., die dem Brauhaus als Gesellschaftergruppe beitritt.
1907 Infolgedessen wird am 12.11.1907 wird die Firma "Bürgerliches Brauhaus Lübz G.m.b.H." in die "Vereinsbrauerei Mecklenburgischer Wirte G.m.b.H." umfirmiert. 1908 wird Hollenbeck als zweiter Geschäftsführer durch den Lübzer Kaufmann Friedrich Krohn abgelöst, letzterer später durch Herrn Müller. Nach der Einberufung von Müller am 17.11.1914, wird Carl Planeth alleiniger Geschäftsführer.
1921 Am 4.10.1921 wird die "Vereinsbrauerei Mecklenburgischer Wirte G.m.b.H." in eine Aktiengesellschaft "Vereinsbrauerei Mecklenburgischer Wirte Aktiengesellschaft zu Lübz" umgewandelt. Am 5.3.1931 übernimmt Otto Clasen die Geschäftsführung von Carl Planeth. Er hat diese aber nur bis zum 1.8.1933 inne, Heinz Ludewig wird neuer Geschäftsführer.
1934 In der Parchimer Str. 30a wohnen (kleine Villa):
Clasen, Otto, Brauereidirektor | Clasen, Günther, Buchhalter
In der Parchimer Str. 30b wohnen (große Villa):
Planeth, Karl, Brauereidirektor | Teuber, Anna, Stütze
In der Parchimer Str. 31 wohnen:
Kosakowski, Fritz, Braumeister | Kaulen, Anton, Brauführer | Peek, Karl, Maschinenmeister | Behrens, Otto, Kraftwagenführer | Fischer, Max, Chemiker
Die Villa der Parchimer Str. 30 wurde 1908 von Karl Planeth erbaut.
1945 Durch Eigentumsübertragung hatte Richard Eisenbeiss seinen Sohn Johannes Friedrich Eisenbeiss im Frühjahr 1945 zum größten Aktionär der Brauerei gemacht. Letzterer nahm 1945 die amerikanische Staatsbürgerschaft an (John Frederick).
nach
1945
Am 30.9.1945 wird Happach als Treuhänder eingesetzt bis Juni 1946. Danach war die Brauerei zeitweise unter städtischer Verwaltung, bzw. wurde sie von verschiedenen Direktoren geleitet: Baumgard, Dotz und Wilkens. Am 18.8.1950 wurde dann Franz Gittner als Treuhänder und Betriebsleiter eingesetzt (bis 1966). Die Brauerei firmiert unter "Vereinsbrauerei Mecklenburgischer Wirte AG in Verwaltung" oder vereinfacht "Vereinsbrauerei Lübz". Am 1.8.1966 wird Karl Artelt neuer Leiter der Brauerei.
1968 1968 wird die Vereinsbrauerei volkseigener Betrieb "VEB Brauerei Lübz".
1969 Am 1.1.1969 wird die Brauerei in das Getränkekombinat Schwerin eingegliedert als: "VEB Getränkekombinat Schwerin, Betrieb Brauerei Lübz". 1970 löst Erich Jarmer den bisherigen Direktor Artelt ab (bis 1978). Am 1.5.1978 wird Hubert Getzin Brauereidirektor.
1990 Am 31.3.1990 triit die Brauerei aus dem Getränkekombinat aus wird am 1.4.1990 in die "Mecklenburgische Brauerei Lübz G.m.b.H." umgewandelt. Die Geschäftsführung haben Hubert Getzin, Hans-Jürgen Ahnsehl, Manfred Schwaß und Bernd Schmidt inne. Am 1.1.1991 wird die Brauerei 100%ige Tochter der Holsten-Brauerei AG. 1992 sind Hubert Getzin, Uwe Ebbighausen und Benno Pottebaum Geschäftsführer.
Werbesprüche:
1991: "Lübzer Pils - Frisch wie eh und je"
1992: "Ein Land zum Leben. Lübzer Pils. Was will man mehr."
2000: "Zeit für Lübzer"

Quellen:

  • 1934: Adressbuch
  • Boldt: Geschichte der Stadt Lübz, 1934
  • Lindenbeck: Serie in der SVZ zum 100 jährigen Jubiläum, 1977
  • Kintzel u. a.: Lübz, Beiträge zur Geschichte der Stadt, 1989
  • Stutz: Brauen in Lübz, Hinstorff 2002
  • Persöhnliche Information B. Hauser

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